Ich freue mich sehr, dass meine liebe Freundin Julia einen Bericht über ihre erste Fernreise für Fratuschi geschrieben hat. Auch sie ist ein Kind des Ruhrpotts. Sie geht offen auf andere Menschen zu und kann sich an den kleinen Details erfreuen, die einem auf Reisen begegnen. Ich schätze ihren Blick für die besonderen Momente. Sie nimmt dich mit auf eine spannende Hacienda Rundreise durch Yucatán.

Hacienda Rundreise Teil 1: Von Cancún nach Mérida

Zum Reisen braucht man keinen Grund. Nur das Verlangen, die Welt zu entdecken! Nach dieser Erkenntnis planten mein Mann und ich unsere erste Fernreise …

Aber was genau wollten wir sehen? Und wie wollten wir reisen?

Schnell war klar, dass folgende Zutaten essentiell sind: weit weg und warm sollte es sein. Ein bisschen Luxus; risikoarmes Abenteuer; eine Kultur, die uns interessiert; gutes Essen und ja – ich bestand auf weißen Sand und türkisfarbenes Meer. Dieser Wunsch sollte für die erste Fernreise erlaubt sein. Und erfüllt. Bitte sehr! Unsere Wahl fiel auf Yucatán, eine Halbinsel Mittelamerikas, deren nördlicher Teil zu Mexiko gehört.

Ankommen ohne Stress.

Wir wollten unsere zwei Wochen Mexiko im November voll ausnutzen, dabei aber nicht das Entspannen und den Genuss zu kurz kommen lassen.

Nach einem 12-stündigen Flug mit Jetlag und dem Klimawechsel vom kalten, deutschen Winter ins tropische Yucatán entschieden wir uns für ein unaufregendes „Warm-up“.  Direkt am karibischen Strand von Playa del Carmen.

Möwe am Strand von YucatanÜber diesen kurzen Moment des Ankommens hinaus hatten wir allerdings kein weiteres Interesse an einem Ort, an dem Alkohol aus Schläuchen, in Plastikbechern serviert wird.

Noch am selben Abend konnten wir im Zentrum Cancúns unseren Jeep in Empfang nehmen, mit dem wir in den nächsten 5 Tagen fernab von touristenüberfüllten Reisebussen und schirmchenschwingenden Reiseleitern rund 1.000 km zurücklegen sollten.

Ganz oldschool machten wir uns am nächsten Morgen ohne Navi, nur mit Landkarte und Reiseroute ausgestattet, auf den Weg in Tag Eins unseres kleinen Abenteuers – und wir genossen diese Art zu Reisen sehr.

Tulum und Cobá. Ziel: Chichén Itzá. Strecke: ca. 205km.

Schnell weg aus Cancún und Playa del Carmen, den Hochburgen der Sonnenanbeter. Bevor wir uns in Woche zwei zu den entspannten Urlaubern gesellen, wollten wir zunächst Land, Leute ebenso wie Kultur kennenlernen.

Die Foo Fighters per AUX-Kabel (ich sag ja, oldschool!) in den Jeep geholt, ging es gut gelaunt los zum ersten Ziel: Tulum. Wer es -wie ich- liebt, „alte Steine zu treten“ und sich auf eine Reise in die Vergangenheit begeben möchte, kommt hier voll auf seine Kosten. Du wirst belohnt mit Einblicken in die Kultur der Maya und  Postenkartenmotiven.

Postkartenmotiv Yucatan

Maya Ruine Yucatan

Bunte Tücher Mexiko

Danza del volador Vier WIndeIn Cobá angekommen entschieden wir uns für den Weg mit dem Rad durch den Dschungel. Dies ist auch die Ursache dafür, weswegen wir die höchste Pyramide Yucatáns, nun ja, eben nicht erreichten. Wir erfreuten uns dennoch an den Stätten der Maya. Ich empfehle den Weg per pedes zur Pyramide, wenn du den „unvergesslichen Blick auf den endlosen Dschungelwald“ genießen möchtest. Die eigens zur Bewältigung der Strecke feilgebotenen Fahrräder sind für den Weg durch den Dschungel nicht wirklich geeignet.

Pyramide CobaDer letzte Teil des Tages führte uns zur ersten Unterkunft in Chichén Itzá – einer wunderschönen, herrschaftlichen Hacienda – einem alten Landgut. Wir wurden bereits vom Hausherrn erwartet und sehr freundlich in Empfang genommen. In der Luft lagen Gerüche von altem Holz, Zitrusfrüchten und frischen Blumen. Wir waren einfach begeistert und glücklich hier sein zu dürfen.

Am Abend kamen wir in den Genuss eines landestypischen Abendessens auf der Veranda, begleitet von einem musikalischen Mariachi Ensemble, das hier keineswegs kitschig oder fehl am Platz war. Es war großartig!

Hacienda Rundreise - Chichén ItzáHacienda Wellness HaciendaChichén Itzá. Cenote Ik Kil. Ziel: Mérida. Strecke: ca. 103km.

Die erste Station des heutigen Tages war von unserer Hacienda aus fußläufig zu erreichen: Die Besichtigung der archäologischen Zone von Chichén Itzá, einem von der UNESCO ernannten Weltkulturerbe, stand uns bevor. Die Koffer ins Auto geladen, machten wir uns also zu Fuß auf den Weg, eine der bedeutendsten Ruinenstätten der Maya zu erkunden: Castillo – eine von wenigen weitestgehend erhaltenen Stufenpyramiden. Die Pyramiden des Kukulcán sowie die Halle der 1000 Säulen.

StufenpyramideDetails PyramideSäulen MexikoHalle der 1000 SäulenCenoten – trau dich!

Noch ganz beeindruckt von der Geschichte der Maya, die wir erleben durften, ging es zum nächsten Halt des heutigen Tages: der Cenote Ik Kil. Cenoten gibt es in Yucatán über 1000 und sie sind – platt gesagt – nichts weiter als Kalksteinlöcher, die durch eingestürzte Höhlendecken entstanden und mit Süßwasser gefüllt sind. So viel zur Theorie. Die Schönheit dieser Cenoten sollte man allerdings live erlebt haben.
Noch nie habe ich so viel Erfurcht beim Baden erlebt, wie in Ik Kil! Es ist atemberaubend und auch ein bisschen furchteinflößend:  immerhin ist das Wasser etwa 15 Meter tief und erscheint dadurch schwarz wie die Nacht. Aber die Überwindung, aus vier Metern ins Unbekannte zu springen, wird belohnt von glasklarem, eiskaltem Wasser. Ich habe gejauchzt vor Freude, so viel möchte ich zugeben.

Cenoten MexikoCenoten YucatanVom mittleren Teil Yucatáns machten wir uns nach diesem Erlebnis auf in Richtung Nord-Westen, nach Mérida zur Hacienda Santa Cruz, in der wir die beiden kommenden Nächte verbrachten. Unser Cottage – ein ehemaliger Kuhstall – war liebevoll restauriert, so wie die zahlreichen kleinen Gebäude auf dem weitläufigen Gelände.

Hacienda MexikoMerida HaciendaPool Hacienda Merida Im nächsten Teil nimmt Julia euch mit nach Uxmal nach Celestun und nach Riviera Maya und zurück zum Ausgangspunkt Cancún. Sie zeigt euch eine Höhle, Flamingos und nimmt euch mit auf eine Beerdigung.

Schau auch mal bei Go on Travel vorbei. Anja und Anne berichten von ihrem Roadtrip durch Mexiko.

Du interessierst dich für einen Vergleich Zentralamerika/ Mexiko ? Dann empfehle ich dir den Blog Michi um die Welt. Michaela reist abseits der Touristenpfade und erlebt wirklich unglaubliche Geschichten. In Mexiko war sie unter anderem auch und hat ein Resümee gezogen.

Dem heimischen Winter kannst du übrigens auch gut auf den Malediven entfliehen.

26 Kommentare

  1. Uwe Antworten

    Hallo Julia
    Das hat Spaß gemacht , den Bericht zu lesen , risokoarmes Abenteuer , das ist genau das Begriff , der den Drang lange zu leben , und vieles schönes , außergewöhnliches zu sehen , umschreibt
    Uwe

    • Hallo Uwe,

      ich leite dieses Lob an Julia weiter. Danke für deinen Kommentar!
      Herzlichst
      Sabine

  2. Die Übernachtung auf Haciendas ermöglicht bestimmt einen tieferen Einblick in das Leben Mexikos. Allerdings dürfte es an den genannten Besichtigungspunkten schwierig sein, den „fähnchenschwingenen Reiseleitern“ zu entgehen, denn das sind genau die Orte, zu denen sie ihre Gruppen führen, oder? Außer, dass ihre Gruppen vielleicht nicht in Cenotes springen …

    • Hallo,

      ich glaube an den Hotspots kommt man daran nicht vorbei. Das ist wohl überall so. Aber man muss ja nicht mitten drin auch übernachten 😉
      Viele Grüße
      Sabine

  3. oh wie habe ich Mexiko geliebt. Ich war in z.B. in der Gran Cenote schwimmen und werde das bestimmt nie wieder vergessen! Es ist so ein tolles Reiseziel!!!

    • Hallo Nadine,

      Danke für deinen Kommentar! Bald erscheint Teil zwei von Julias Bericht. Ich bin auch schon ganz gespannt. Und ein Bad in einer Cenote kann ich mir auch traumhaft vorstellen.
      Liebe Grüße
      Sabine

  4. Oh dieser Bericht weckt meine Mexiko-Sehnsucht!! War gerade vor 2 Monaten dort und habe es geliebt!!

    • Hallo Michaela,
      wie schön! Julia hat es dort ja auch richtig gut gefallen.
      Herzliche Grüße
      Sabine

  5. Hallo Julia,
    ich habe es tatsächlich einmal geschafft im Herbst ins warme zu fliegen und musste dafür auch ein paar Stunden im Flugzeug sitzen! Deine genussvolle Rundereise erinnert mich Urlaub einzureichen! Mexico ist so schön!

    Liebe Grüße,
    Alexa.

    • Hallo Alexa,

      nur 1x?
      Dann aber schnell an die Urlaubsplanung 😉
      Viele Grüße
      Sabine

  6. Mich hat es seinerzeit im November in die andre Himmelsrichtung verschlagen, um dem deutschen Winter ein Schnippchen zu schlagen – statt zurückzukommen, hätt ich einfach weiter Richtung Osten reisen und in Mexiko nochmal ein paar Wochen dranhängen sollen, glaub ich.

    • Hallo Julia,

      was nicht ist kann ja noch werden…
      Flieg doch einfach beim nächsten Mal direkt nach Mexiko 😉
      Liebe Grüße
      Sabine

  7. Melanie Antworten

    Genauso eine Reise würde ich gerne machen! Ganz toll erzählt und die Bilder sind einfach nur der Hammer. Großes Lob an Julia!

    • Hallo Melanie,

      ich finde auch, dass Julia das ganz toll gemacht hat! Bald erscheint hier Teil 2 ihrer Reise.
      Herzlichst
      Sabine

  8. Liebe Sabina, liebe Julia,

    der Blogpost hat mich an vielen Stellen an meine eigene Reisen durch Mexiko erinnert. Vor allem die Bilder von Tulúm, Chichen Itzá und Cobá haben mich wieder zurück an diese tollen Orte gebracht! Danke 🙂

    Liebe Grüße
    Barbara

    • Hallo Barbara,

      mir kommt es auch so vor als ob deine Mexiko Reise erst ein paar Wochen her ist. Du hast auch so großartige Bilder von dort mitgebracht!
      Viele liebe Grüße
      Sabine

  9. Monique Antworten

    Hallo Sabine,
    ich war zwar noch nie in Mexiko, aber es sieht wirklich traumhaft aus.
    Vielleicht schaff ich das ja eines Tages doch mal, dorthin zu fliegen:)
    LG, Monique

  10. Viva Mexiko 🙂 Beim Lesen des Berichtes möchte sofort wieder da hin. Die Cenoten sind richtig cool. Übrigens kann man von Yucatan auch leicht einen Abstecher nach Tikal in Guatemala machen – das sind auch sehr beeindruckende Maya Pyramiden. Lg Daniel

    • Hey Daniel,
      Danke für deinen Kommentar und deinen Tipp mit dem Abstecher nach Guatemala!
      Liebe Grüße
      Sabine

  11. Hallo Sabine, hallo Julia, mein ältester Sohn war voriges Jahr für sechs Monate in Mittel-und Südamerika unterwegs. viele dieser wunderbaren Eindrücke kommen mir sehr bekannt vor. Vor allem die Cenoten von denen er mir Videos von Tauchgängen gesendet hat. Irgendwann würde ich gerne einmal nach Mexico.Danke für die tollen Bilder. Liebe Grüße, Claudia

    • Hallo Claudia,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Julia ist auch immer noch verzaubert von dieser tollen Reise.
      Und ein Bad in den Cenoten würde ich auch nur zu gerne mal machen.
      Herzliche Grüße
      Sabine

  12. Yucatan ist wirklich ein Traum! Ich würde so gerne wieder hin und die Fotos von Julia machen richtig Lust drauf. Die Haciendas sind klasse. Als wir dort waren, haben wir auch in kleinen privaten Unterkünften übernachtet, das hat uns gut gefallen.

    • Hallo Barbara,

      kleine liebevolle Adressen sind oftmals die schönsten Hotels, an vielen Orten dieser Welt.
      Ich freue mich, dass Julias Bericht dich an eure Reise erinnert hat.
      Liebe Grüße
      Sabine

  13. Sabrina Breuss Antworten

    Oh wie schön, danke für den tollen Bericht! Wir könne auf unserer Yucatan-Rundreise leider nur in einer der Haciendas übernachten. Welche hat dir denn am besten gefallen?

    • Julia Antworten

      Liebe Sabrina,

      ich möchte vorweg sagen, dass wir uns in allen drei Haciendas wirklich sehr wohlgefühlt haben. Wenn ich mich hier und jetzt für eine entscheiden müsste, würde ich direkt die erste Unterkunft in Chichen (www.haciendachichen.com) noch einmal buchen. Hier hat für mich einfach alles gepasst: die Gerüche, die ursprüngliche und feudale Einrichtung, die Ruhe, das weitläufige gartenähnliche Areal und der erstklassige Service. Dort wäre ich wirklich gern noch ein paar Tage länger geblieben 🙂

      In der Hacienda Santo Domingo (www.izamalhotel.com/deutsch) haben wir ebenfalls eine tolle Zeit verbracht – wenn ihr auf Reisen gern Menschen kennen lernt, seid ihr hier richtig. Das Schlafdomizil liegt zwar auch so, dass man Ruhe und Zeit für sich hat, aber der Besitzer ist sehr offen. Und eh man sich versieht, sitzt man schon mit ihm und der handvoll anderer Gäste gemeinsam an der gemütlichen Bar und tauscht sich aus. Auch das Abendessen nimmt man gemeinsam mit den anderen Reisenden in familiärer Atmosphäre ein. Die Hacienda ist zwar in alten Gemäuern entstanden, aber sehr modernisiert. Das urbane Treiben Izamals kann man zu Fuß von der Hacienda aus erkunden.

      Ich hoffe, dir mit den Ausführungen die Entscheidung etwas erleichtert zu haben – zwei sehr unterschiedliche Unterkünfte, von denen eine mit Sicherheit die richtige ist 🙂

      Liebe Grüße,
      Julia

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