12 Apostel in Australien & Great Ocean Road

Als wir unsere Australienreise planten, war klar, dies würde kein Erholungsurlaub werden. An jeder Station würden wir nur drei Nächte bleiben und die Tage wären vollgepackt mit Führungen und Ausflügen.
Auf meiner Wunschliste, aber nicht auf dem ursprünglichen Reiseplan stand: Entlang der Great Ocean Road zu fahren und natürlich auch die 12 Apostel zu besichtigen. Doch eine solche Tour braucht Zeit und die hatten wir nicht. Auch eine Ausflugsfahrt von Melbourne zu den berühmten Felsformationen im Meer kam nicht in Frage. Die Fahrt mit dem Auto oder Bus dauert zwischen drei und vier Stunden, also geht dabei ein ganzer Tag drauf.
So entschieden wir uns nur wenige Wochen vor der Abreise, diese Tour doch noch zu unternehmen, jedoch mit dem Helikopter. Eine Entscheidung, die wir nicht bereut haben!

Von Melbourne zu den 12 Aposteln mit dem Helikopter.

Am Flughafen Essendon, der etwa 20 Minuten entfernt von der City liegt, wartete unsere sympathische Helikopter – Pilotin. Nach einem kurzen Briefing – wir sind mittlerweile recht erfahrene Helikopter-Passagiere – geht es in die Luft.
Ich liebe Helikopterflüge, dabei ist diese Art des Fliegens eine der gefährlichsten, denn im Notfall gibt es keine Tragflächen, mit denen man segeln könnte.
Diesen Gedanken vergesse ich aber ganz schnell, wenn ich die grandiose Aussicht genieße. Gerade in Australien bieten sich auf Grund der Entfernungen und der beeindruckenden Landschaften Scenic Flights mit dem Helikopter oder Kleinflugzeug an.
So haben wir schon das Great Barrier Reef, den Whitehaven Beach, den Uluru, die Kata Tjutas, den Kings Canyon, die Pinnacles und das Ningaloo Reef aus der Vogelperspektive erleben dürfen. Jedes Mal war es ein unvergessliches Erlebnis.

Helikopter R44 Essedon Flughafen Melbourne Australien

Melbourne von oben

Die Great Ocean Road von oben.

Kurz, nachdem wir die Stadt in Richtung Küste verlassen haben, entdecken wir eine erste Sehenswürdigkeit: die bemalten Zement-Silos in Fyansford/Geelong. Im Dezember 2017 fertiggestellt, zeigt das Werk des Streetart Künstlers Rone die Gesichter von drei Locals. Wer mehr über die Gesichter wissen möchte, findet beim Lonely Planet Antworten.

Street Art Kunst auf Silos in AustralienIch kann das Meer sehen! Viel lieber als über Silos und Hochhäuser lasse ich meinem Blick über die atemberaubende Natur Australiens schweifen. Und die Küsten von Down Under sind allesamt bemerkenswert schön. Dieses Blau und diese unbändige Kraft des Ozeans sind auch aus der Luft faszinierend.

Die Great Ocean Road schlängelt sich unter uns ihren Weg entlang der Küste und durchs Hinterland. Entgegen der gängigen Meinung führt die berühmte Straße übrigens nicht die komplette Strecke direkt an der Küstenlinie entlang. Dichte Wälder, landwirtschaftlich genutzte Flächen und kleine Ortschaften mit traumhaften Stränden wechseln sich ab.
In fast jeder Bucht beobachte ich Surfer, dann ist wieder kilometerweit kein Mensch zu sehen.
Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich nach Haien im Wasser Ausschau halte.

Helikopterflug Melbourne Great Ocean Road

Great Ocean Road von oben

Australien Great Ocean Road WälderStrand Great Ocean roadKüste auf dem Weg zu den Twelve Apostles

Die 12 Apostel in Australien.

Die Lage der Twelve Apostels ist etwa 230 km in südwestlicher Richtung von Melbourne im Bundesstaat Victoria.
Ursprünglich hießen die 12 Apostel mal die Sau und ihre Schweinchen (The Sow & Piglets), doch irgendjemand im Tourismusmarketing war recht clever und benannte die durch Erosion geformten Felsformationen 1922 um, in die 12 Apostel. Auch wenn es wohl noch nie zwölf an der Zahl waren, die heute noch verbliebenen acht der Kalksteinsäulen, ziehen jährlich zwei Millionen Besucher an und sind eine, der am häufigsten fotografierten Sehenswürdigkeiten in Australien. Bis zum Sommer 2005 waren es noch neun Säulen, doch am 3.Juli dieses Jahres brach ein 50 m hoher Felsen in sich zusammen.

12 Apostel Australien von oben12 Apostel Australien TouristenDie Zwölf Apostel in Australien12 Apostel Sehenswürdigkeit in AustralienWir sind früh vor Ort, weit vor den ersten Touristenbussen aus Melbourne. Je später es wird, desto mehr Menschen treffen ein. Unser Hubschrauber landet direkt am Besucherzentrum.
Übrigens, auch vor Ort kannst du ganz unkompliziert Hubschrauberflüge über die 12 Apostel buchen. Die Preise sind jedoch hoch und die Flugzeit gering.

John McInerney erwartet uns schon, über 25 Jahre lang war er Ranger im Port Campbell National Park und kennt sich bestens aus. Er führt uns von einem von Aussichtspunkt zum nächsten.

Tipp: Besonders Sonnenauf- und -untergang sind hier spektakulär und du findest zahlreiche Bilder der Zwölf Apostel in allen Lichtstimmungen im Internet. Wenn du mobil und zeitlich flexibel bist, empfehle ich dir eine Übernachtung in dem kleinen Städtchen Port Campbell, so hast du die Chance auf besonders stimmungsvolle Fotos. Glaube aber nicht, dass Du alleine bist beim fotografieren.

Shipwreck Coast, Razorback und Loch Ard Gorge.

Weitere spektakuläre Sehenswürdigkeiten liegen nur sieben Kilometer Fahrt auf der Great Ocean Road entfernt.
The Razorback ist eine schmale Felszunge, die ebenfalls durch Erosion geformt wurde und vermutlich auch eines Tages in sich zusammenfallen wird. Von einem Aussichtspunkt aus kannst über diesen Felsen auf die Küste schauen. Ein toller Anblick.
Der 130 km lange Küstenabschnitt zwischen Port Fairy und Cape Otway wird nicht ohne Grund Shipwreck Coast genannt. Über 80 Schiffe sind hier gesunken. Man schätzt, dass insgesamt über 800 Schiffswracks vor der gesamten Küste Victorias liegen.

The Razorback Port Campbell

Sehenswürdigkeit Australien Tour 12 ApostelNur einen kleinen Spaziergang und ein paar Treppenstufen entfernt liegt die Schlucht Loch Ard Gorge. Es ist beinahe ein bisschen unwirklich, wie sich das Wasser durch den Eingang der Schlucht drückt und wieder hinausfliest.

Benannt ist die Schlucht nach dem Schiff Lord Arch, welches 1878 bei Muttonbird Island sank. Es gab zwei Überlebende von 54 Schiffspassagieren, einen Schiffsjungen von 18 Jahren und eine ebenfalls 18 jährige Irin, die mit ihrer Familie nach Australien auswandern wollte. Und weil es so schön romantisch ist, hat er sie natürlich gerettet und ging in die Geschichte ein. Die Legende sagt, dass Eva, die Irin, 5 Stunden im Wasser geschwommen sei, bevor sie in die Schlucht gespült wurde und von Tom, dem Schiffsjungen, gerettet wurde. Wenn ich mir die Kraft des Wassers und der Wellen so anschaue, frage ich mich, ob da nicht im Laufe der Jahre einige Stunden dazu gedichtet wurden. Ich würde vermutlich keine 20 Minuten diesen Naturgewalten Stand halten. Aber was solls, die Twelve Apostles wären vermutlich als Schweine auch nicht so berühmt geworden, wie sie heute sind.

Loch Lord Ard Shipwreck Coast Touristen

Schlucht Great Ocean Road bei Muttonbird Island

Zwölf Apostel und Loch Ard Gorge

Port Campbell und zurück nach Melbourne.

Gemeinsam mit John McInerney fahren wir nach Port Campbell, einer süßen kleinen Stadt mit Badestrand und Kreisverkehr. Wir erleben eine Polizeikontrolle, die wie in einem amerikanischen Heimatfilm abläuft: Einmal in das Alkoholtestgerät pusten, nach dem Befinden der Familie fragen, denn man kennt sich hier im Dorf, liebe Grüße und weiter geht es. Ach, ich mag das Leben in der Provinz!
Überhaupt mag ich private geführte Touren auch deshalb so sehr, weil wir immer mit den Guides ins Gespräch kommen und etwas über ihre Geschichte und ihre Sicht auf die Welt erfahren.
Nach einem gemeinsamen Seafood-Snack bringt uns John McInerney wieder zum Besucherzentrum an den 12 Aposteln und wir heben ab Richtung Melbourne.

Auf unserem Rückweg überfliegen wir den Stadtkern und das Stadium. Es ist AFL Grand Final (Melbourne gegen Perth) und über 100.000 Fans des Australien Rules Football, auch liebevoll Footy genannt, schauen sich gerade das Spiel im Melbourne Cricket Ground an. Ich kann auf der Anzeigetafel sehen, wie GOAL aufblinkt und habe das Gefühl, ich kann die Begeisterung der Massen bis hier oben spüren.

Ein Video unseres Fluges findest du auf You Tube .

Wenn du die Tour lieber mit dem Camper unternehmen willst, findet bei Tanja von Takly on Tour einen passenden Erfahrungsbericht.

Eine weitere Sehenswürdigkeit bzw. ein Ausflugsziel von Melbourne ist die Mornington Peninsula. Auch hier gibt es wilde Küsten zu entdecken. Oder du fährst mit der Fähre von Melbourne nach Tasmanien.

Liebe Leser, auch wenn ich kein Honorar für diesen Artikel oder die Nennung/Verlinkung der darin vorkommenden Marken/Dienstleistungen/Ort erhalten habe, erfülle ich mit der Werbe-Kennzeichnung dieses Artikels die neusten gesetzlichen Vorgaben.

2 Kommentare

  1. Liebe Sabine,

    vielen Dank für diese tollen Eindrücke. Melbourne und die Great Ocean Road von oben war sicher eine spektakuläre Erfahrung. Ich bekomme schon Gänsehaut, wenn ich nur die Fotos sehe. Aber ich bin wirklich erstaunt wieviele Menschen bei deinem Besuch an der Aussichtsplattform der 12 Aposteln waren. Da hatten wir es wirklich gut, da waren wir mit maximal vier weiteren Personen und konnten den Anblick in Ruhe genießen. Lieben Dank für die Verlinkung und den tollen Bericht.

    Viele Grüße,
    Tanja

    • Fratuschi Antworten

      Hallo Tanja,

      ich glaube, dass sich in den letzten Jahren der Tourismus in Australien noch stärker entwickelt hat. Die gefährlichen Tier schrecken die wohl Menschen nicht mehr so sehr ab ;- )
      Liebe Grüße
      Sabine

Kommentar schreiben