Im zweiten Teil des Erfahrungsberichtes über die Centurion Card von American Express geht es um die Serviceversprechen und tatsächlichen Benefits für Karteninhaber. Was bietet der Conciege-Service? Wie ist die Qualität der Leistungen?  Sind die Dienstleistungen die Jahresgebühren für die schwarze Amex wert?

Lies hier den ersten Teil des Gastbeitrages: American Express Centurion – ein Erfahrungsbericht.


Centurion Card: Concierge-Service/Relationship Manager

Das eigentliche Highlight und der Punkt, in dem sich die exklusiven Kreditkartenherausgeber differenzieren wollen und woran der Kunde die Qualität seiner Karte misst. Hier kann man den Servicesieg einfahren oder alles zunichtemachen.
Das Versprechen von American Express:

„Auch wo niemand sonst Sie hört, kommen wir wie gerufen. Hilfestellung in jeder Lebenslage. Egal was, egal wann, egal wo.“

Stellen Sie sich vor, sie befinden sich im Amazonas Dschungel und benötigen dringend Bargeld. Oder medizinische Hilfe, Ersatzunterwäsche, eine Landkarte, einen Dolmetscher, Ersatzreisepass, Handyladergerät, die Pille danach, die Pille davor und dafür, Flugtickets, einen Helicopter, ein quitschgelbes Gummiboot.  Egal was. Der Relationship Manager ihrer American Express Centurion Card versucht es zu besorgen. Herrlich.

Centurion Card Reiseanhänger

Der Centurion Card Service – wirklich Luxus?

Früher gab es eine Telefonnummer, hinter der zu wählen war, ob man den Lifestyle-Service, den Geschäftsreisen- oder den Urlaubsreisenservice sprechen wollte. Oder Fragen zu seinem Kartenkonto oder den Membership Rewards Punkten hatte. Schließlich landete man in einem Call Center, welches ganz offensichtlich sehr, sehr eng mit dem Call Center des Platinum Services verbunden war.
Vermutlich meldeten sich die Mitarbeiter entweder mit „Platinum Service“ oder „Centurion Service“ abhängig davon, über welche Einwahlnummer man anrief. Die Serviceleistungen sind sich so ähnlich, dass dies wirtschaftlich und organisatorisch bestimmt Sinn macht. Nur die Exklusivität ist dann natürlich futsch. Anyway, die Anzahl der Centurio zuständigen Agents war überschaubar und somit kannte ich im Laufe der Jahre alle Kerzen auf der Torte und wusste, wer hell und wer eher dunkel schien. Der Concierge-Service war 24×7 besetzt, aber am Wochenende und nach 22 Uhr waren die hellen Kerzen zuhause und viele Dinge blieben dann bis zur normalen Bürozeit liegen. Manchmal war auch besetzt oder die Verbindung wurde unerwartet beendet. Call Center Zeugs halt, wie man es (extremer) von IKEA und den diversen Telekommunikationsunternehmen kennt, aber von einer Dienstleistung für die exklusivste Zielgruppe nicht erwartet.

Seit gut 1 1/2 Jahren gibt es das Call Center nicht mehr und dafür einen dedizierten Relationship Manager, der bedauerlicherweise nicht aus den hellen Kerzen der früheren Torte rekrutiert, sondern neu gecasted wurde. Mit der Zuteilung des Relationship Managers kann man Glück haben oder eben nicht. Es ist wie überall People Business.
Ich hatte kein Glück.  Mein Ansprechpartner war ein völliger Reinfall. Er antwortete nicht auf Mails, vergaß Buchungen oder setze sie falsch um. Er berücksichtigte weder Sonderwünsche noch überhaupt Wünsche. Dieses Totalversagen machte den Centurion Card Service größtmöglich unbrauchbar. Entsprechend bat ich um Ersatz und hatte dadurch Kontakt zum sog. Teamleiter, der ebenfalls Marke Vollpfosten, keinen Kundenkontakt haben sollte. Letztlich bekam ich eine zuverlässigere, schnellere, freundlichere und kompetentere Ansprechpartnerin.
Leider war damit immer noch nicht das frühere Service-Niveau erreicht.

In weiteren Marketinggeschreibsel in den unzähligen Büchlein, Broschüren, Heftchen und Katalogen wird der hauseigene Anspruch präzisiert:

Genießen Sie Extras und Vorteile bei verschiedenen Partner-Restaurants“.
Früher fehlte sowohl das „verschiedenen“ als auch das „Partner-“ in der Aussage. Und trotzdem kann ich mich an keinen Fall erinnern, wo der suggerierte VIP Effekt mit der Realität in Einklang war. Manchmal erhält man im Restaurant den schlechtesten Tisch, oftmals aber gar keinen, wenn das Restaurant ausgebucht war. Die frühere Aussage „Wir organisieren ihnen ein Tisch in angesagten aber oftmals ausgebuchten Restaurants“ ist genauso oft falsch, wie der Anspruch noch Tickets für ausverkaufte Events zu bekommen. In fast zwanzig Jahren hatte ich dieses Glück so selten, dass ich es kaum fassen, respektive erinnern kann.

 

Sterne Essen mit Blattgold

Schwere Aufgabe: Einmal Whiskey nach Teneriffa.

Interessant war auch der Versuch, eine Flasche Whiskey nach Teneriffa zu schicken. Dieses Ereignis liegt schon ein paar Jahre zurück, kommt mir aber ausreichend aktuell vor, um es hier zu erwähnen. 

Ich kontaktierte den Lifestyle Service mit, wie ich meine, einer in Gänze überschaubaren Aufgabenstellung.  Ich wollte weder am gleichen Abend einen Tisch in einem angesagten und seit Monaten ausgebuchten Restaurant, kein Meet & Greet mit dem Bestattungsunternehmer, der Michael Jackson für die letzte Reise vorbereitet hat und auch keine feuerspuckenden, dressierten Einhörner mit Schönheitsfleck für meine Tochter.

Ich wollte, dass der Centurion Service eine Flasche guten, irischen Whiskey an einen Freund schickte, der seinen 80. Geburtstag auf Teneriffa feierte. Der Vorlauf von mehr als 2 Wochen schien mir maximal überdimensioniert, angesichts der vollmundigen Werbe- und Serviceversprechen von Amex.

Ein bis zwei Tage nach meiner Anfrage kontaktierte mich der „Whiskey Experte“. Ob der junge Mann ein Whiskey Experte ist, vermag ich mangels Fachkenntnisse nicht zu sagen, aber er war sehr freundlich und zuvorkommend. Und schnell. 

Aus den übersandten Vorschlägen wählte ich innerhalb von 48 Stunden einen aus. Den teuersten, wie es ein seiner Pflicht zur Steigerung der Kartenumsätze bewussten, Centurion Karteninhaber macht. Leider stellte sich heraus, dass der vorgeschlagene Onlineshop mit dem Whiskey keine Kreditkarten akzeptiert. Aber kein Problem, der Whiskey Experte ist so nett, da biete ich doch an, die Flasche per Banküberweisung sofort zu bezahlen. Noch bevor ich dies jedoch tun konnte, las ich in der eMail zur Bankverbindung, dass der Onlineshop nicht ins Ausland liefert. 

Der Whiskey Experte reagierte auf die einzig sinnvolle Art: er entschuldigte sich umgehend und vielmals, machte einen Alternativvorschlag und sagte zu, die Lieferkosten würde Amex ob dieses Faux pas übernehmen. Man arbeitet jetzt mit einem Lieferanten (= Onlineshop) zusammen, der auch ins Ausland liefere.

Whiskey FlaschenHätte ich jetzt nicht schon einschlägige Service-Erfahrungen z.B. mit dem Bereich Travel Service gemacht, hätte ich dieses Ereignis als Ausnahme und menschlichen Fehler aber letztlich gutem Service verbucht. Fehler passieren jedem, obgleich diese Art von Fehler im Service der nach eigenen Angaben „Exklusivsten Kreditkarte der Welt“ eher unangebracht und vermutlich mit einfachsten Mitteln zu vermeiden gewesen wäre. Sicherlich darf der Anspruch eines Kunden, der mit Amex 7-stellige Umsätze macht, auch gerne etwas höher sein. 

Entscheidend ist hier, dass der Whiskey NICHT am vereinbarten Termin geliefert wurde und Tage später immer noch nicht sein Ziel erreicht hatte. Und das, obwohl ich in jedem Telefonat und in jeder Mail geschrieben habe, dass das „Lieferdatum bitte genau am soundsovielten“ zu sein hat. Dass mir die pünktliche Lieferung mehrfach zugesagt wurde und mit einem Vorlauf von jetzt „nur“ noch 9 Tagen auch in jeder Hinsicht machbar war, können sie mir glauben, müssen sie aber nicht.

Vom VIP Service über Lounges und Versicherungen bis zum Safehouse.

Weitere Services der Centurion Card, die aufgrund ihrer Natur häufig aber nicht immer zuverlässiger laufen: 

– Airport VIP-Service

Wer reich ist aber nicht reich genug für einen Privatjet, sitzt nicht in der Lounge von Lufthansa, Emirates und Co., sondern in einer separaten Lounge, weitab von anderen Passagieren, mit privatem Wartezimmer und Buffet und Bar und eigenem Security Check. Er wird mit der Limousine zum Flugzeug gebracht und kann entscheiden, ob er als erster oder letzter boarden möchte.

VIP Airport Service Centurion Card

– Airport Parking Service

Valet Parking. Ist kostenlos für ca. 4 Tage, danach muss man zahlen. Gilt für die großen, deutschen Flughäfen. Hier habe ich übrigens mal einen Strafzettel bekommen, weil der Bringdienst das Auto ins Halteverbot gestellt und sich vom Fahrzeug entfernt hat. Wer jetzt noch glaubt, die Begleichung des Verwarngeldes wurde sofort und problemlos von American Express übernommen, sollte den Artikel bis hier noch mal lesen.

– Zugang zu hunderten Airport Lounges (Priority Pass Mitgliedschaft)

– Flugbuchungen ohne Ticketentgelt

– Bargeld im Ausland ohne Gebühren abheben

– Zusatzkarten für Kinder ab 16 Jahren (ja, nee, is klar!)

– Diverse Bonus/Status/VIP Programme von Hotels und Mietwagengesellschaften z.B.

  • Club Carlson Gold Elite
  • Discovery Black Level
  • Hilton HHonors Diamond Status
  • IHG Rewards Club Platinum Elite Status
  • Meliá Rewards Platinum
  • Relais & Châteaux Club 5C
  • Shangri-La Golden Circle Diamond
  • Starwood Preferred Guest Gold
  • Steigenberger Award World
  • Preferred Golf Mitgliedschaft
  • Emirates Skywards Gold
  • Avis President´s Club
  • Hertz Gold Plus President´s Circle
  • Diamond Sixt Card

Wer von einigen dieser Statusprogramme nie gehört hat, sollte sich nicht grämen; es geht mir ähnlich. Und ich würde sie auch nicht überbewerten, oftmals versteckt sich dahinter nur Convenience Krempel wie Early Check-In oder Late Check-Out, ein paar Begrüßungspralinen oder Obst auf dem Zimmer. Bei allen Programmen gilt: wer häufig eine bestimmte Hotelkette oder Mitetwagengesellschaft nutzt, kann die Programme mehr oder weniger hilfreich finden. Kleinigkeiten wie kürzere Wartezeiten bei der Mietwagenübernahme oder kostenloses Upgrade bei Verfügbarkeit (siehe nächsten Punkt) sind angenehm, machen aus einem schlechten Tag aber auch keinen guten.

American Express Centurion Card Begrüßung Hotelzimmer (Obst und Wein)

– Zimmerupgrade und Early Check-In und Late Check-Out bei Verfügbarkeit

Geht nur bei American Express Partnerhotels (siehe oben) und Zimmerupgrades sind nur dann verfügbar, wenn sich alle Planeten des Sonnensystems in Konjunktion befinden, in keinem Bundesland Ferien sind und keinerlei Messen, Fachsymposien oder Festivals im Umkreis von 200km stattfinden. Häufiger funktionieren Early Check-In und/oder Late Check-Out.

– Boingo kostenfreies WIFI 

Habe ich noch nie irgendwo gesehen.

– Auslandsreise-Krankenversicherung

Wer eine Centurion Karte hat, ist in der Regel so gut krankenversichert, dass diese auch im Ausland alle Kosten übernimmt.

– Reiserücktrittskostenversicherung (bis 15.000 Euro)

Würde jede Reise aus dem Reisekatalog von American Express ausgewählt, käme man mit 15.000 Euro nicht weit. Übliche Urlaubsreisen der Zielgruppe kosten in der Regel ein Vielfaches von 15.000 Euro. 

– Versicherung bei Flugverspätung und Reisegepäckversicherung (bis 5.000 Euro)

Sehr schön und hilfreich. Zumindest, wenn nur ein Koffer, nämlich mein Koffer, dauerhaft verschwindet. Auch hier hat die Zielgruppe eher höherpreisige Klamotten im Koffer. Oder höherpreisige Koffer. Meistens beides. Zum Beispiel meine Frau.

Gepäck-Koffer im Luxushotel– Versicherungsschutz bei Mietwagen

Großartig. So kann man sich die überteuerten Versicherungen bei den Mietwagengesellschaften sparen.

– Einkaufsschutz (gegen Diebstahl und Beschädigung innerhalb der ersten 90 Tage)

Habe ich nie in Anspruch genommen, meine mich aber zu erinnern, dass der Höchstbetrag deutlich zu gering war um übliche Einkäufe vollumfänglich abzusichern. 

– Centurion Houses

„Exklusive Stadtoasen“ für Centurion Inhaber plus max. 2 Gäste in Städten wie Miami, Paris, Dubai und Singapur. Also ziemlich genau in Miami, Paris, Dubai und Singapur. Vermutlich so etwas wie die Safehouses der CIA nur kleiner und schlechter bewacht.

Es gibt noch weitere Dienstleistungen, einige davon sind kostenpflichtig, andere bestehen im Wesentlichen aus dem regelmäßigen Angebot von Reisen und Events.

Von Zeit zu Zeit werden inkludiert Leistungen wie z.B. ein hoher Status in anderen Kundenbindungsprogrammen auch mal stillschweigend abgeschafft. So war man früher als Centurion Card Inhaber auf Wunsch Starwood Preferred Guest mit Platinum Status. Jetzt bekommt man nur Gold Status. 

Das Centurion Magazin.

Quartalsweise erhält man das Centurion Magazin, welches aufwändig produziert und nett gemacht ist. In der Regel werden die schönsten Destinationen und Luxusprodukte gezeigt, die man sich denken und mit Geld kaufen kann. Eine Inspiration für Luxusreisen ist das Magazin allemal. Und manchmal findet man auch besondere Angebote, die entweder etwas günstiger (sehr selten) oder besonders exklusiv sind (häufiger).

Guteschein Escada von der Centrurion Card

Fazit: Meine Meinung zur Centurion Card von American Express.

Die Leistungen der Centurion Card sind so oder ähnlich in abgespeckter Form auch bei „normalen“ Kreditkarten wie der Barclay Card Platinum zu finden. Fehlende Leistungen können mit Geld oder guten Worten auch woanders gebucht werden. Grundsätzlich lassen sich alle Leistungen mit einem Wert bemessen, den jeder individuell für sich festlegen muss. Wer Vielflieger ist und jede Woche geschäftlich in fremden Städten übernachtet, misst diesen Dienstleistungen einen anderen Wert bei, als derjenige, der ausschließlich handgeklöppelte Luxusreisen in der First Class mit Familie unternimmt und am Zielort von einem Fahrer herumkutschiert wird.
Wer eine Großfamilie mit Kreditkarten versorgen will oder muss, sieht die unzähligen Zusatzkarten vielleicht als Killerfeature an. Wer nicht weiß, dass Reisebüros teilweise bessere Beratung, atemberaubendere Exklusivreisen und günstigere Preise bieten als American Express, für den sind der Relationship Manager und die hübschen Reiseprospekte unter Umständen das Maß aller Dinge. Und wer eine solche Karte als Statussymbol benötig um sein Seelenheil zu finden, hat vielleicht tieferliegende Probleme. 

Darf man bei einem derart exklusiven Produkt in dieser Preiskategorie von Preis-/Leistungsverhältnis sprechen? Man darf, ja man muss sogar. Denn auch und gerade Menschen mit erheblichem finanziellem Spielraum erwarten ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Dessen Bewertung liegt stets im Auge des Betrachters und ist in diesem Falle abhängig vom persönlichen Nutzungsprofil. So ist mein Fazit zum Preis-/Leistungsverhältnis der American Express Centurion Card ein ausgesprochen individuelles. Andere kommen und unter Umständen sogar zurecht zu einem anderen Schluß. Für mich stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis seit der Preiserhöhung von 2.000 Euro auf 5.000 Euro pro Jahr nicht mehr. Für mich sind die angebotenen Dienstleistungen, aber ganz besonders die Qualität des Concierge-Services, diesen Mehrpreis nicht Wert.

Ist der Kunde selbst in der Lage, ohne Ausbildung oder Fachverstand, allein durch aufbringen von mehr oder weniger, häufig aber weniger Zeit, die Leistung des Relationship Managers zu überbieten, dann macht die Dienstleistung nur noch wenig Sinn. Ich kann attraktivere Zimmer zu günstigeren Preisen in Hotels bekommen, kann schönere Reisen zu besseren Preisen von guten Reisebüros zusammenstellen lassen, kann schneller und einfacher besondere Geschenke im Internet erwerben und so weiter und so fort. Die Versicherungsleistungen kann ich mir maßgeschneidert und damit passender und/oder günstiger buchen, ebenso wie VIP-Lounges, Valet Parking, Flugtickets usw.

Es bleibt die Frage, wie viel einem seine Zeit wert ist. Make oder buy? Ich nehme mir heraus zu behaupten, dass ein Großteil der Centurion Card Kunden mindestens einen Assistenten/Assistentin oder gar ein ganzes Backoffice im Zugriff hat. 

Last but not Least bleibt die Qualitätsfrage. Wenn Geld keine Rolle spielt, dann spielt es die Qualität. Und dann will ich den besten Tisch im Restaurant, den besten Whiskey, das tollste Hotel mit dem großartigsten Zimmer. Als Centurio will ich das Beste, denn ich zahle genau dafür. Wenn die Preise steigen, muss es auch die Qualität tun.

Braucht man nun eine American Express Centurion Card?
Diese Frage stellt sich vielen gar nicht und diejenigen, denen eine Einladung auf den Tisch flattert, kann ich nach zwanzig Jahren sagen:
es ist ein Produkt, keine Auszeichnung und keine Befähigung zu irgendetwas.
Ganz sicher ist die schwarze Kreditkarte oder das was sie symbolisiert kein Grund vor Ehrfurcht zu erstarren. Das Produkt besitzt einen Preis und den Wert, dem man ihm beimist. Brauchen tut man es nie, hilfreich ist es manchmal und Statussymbol gelegentlich. Alternativen gibt es einige und Verbesserungspotenzial zu hauf. Eben wie bei allen Luxusprodukten. Es ist die Königin der Kreditkarten, so wie ein Porsche der beste Sportwagen ist, eine Leica M die wundervollste Kamera und eine Patek Philippe die stilvollste Armbanduhr. Ach, sind sie nicht? Na dann…


Über den Author:

Audemar hat seine Modelkarriere viel zu früh beendet, um als Chief Coordinator Writers Stuff die Supervision zu übernehmen. Oder so…
Er ist mit mir verheiratet , möchte aber anonym bleiben und schreibt deshalb unter einem Pseudonym, welches aber nicht verraten wird.


Jetzt willst du sofort in Urlaub fahren und die Kohle auf den Kopf hauen? Bitte schön: Eine Luxusreise durch Australien oder Porsche Camp 4 Finnland.

Weitere Beiträge des Gastautors auf Fratuschi:

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24 Kommentare

  1. Eddy Antworten

    Moin und danke für diese herrlich erheiternde und gleichzeitig informative Artikelserie. Werde meine Einladung zur Centurio Card aber nun wohl eher nicht annehmen. Wer keinen Whiskey nach Teneriffa liefern kann, hat meine Unterstützung nicht verdient… eines interessiert mich aber nun doch noch: wie ist das mit dem Bargeld im Amazonas ausgegangen ? Hat das wenigstens geklappt ? LG, Eddy

    • Fratuschi Antworten

      Lieber Eddy,

      ich freue mich sehr über deinen Kommentar. Es tut mir leid, wenn du deine Einladung jetzt nicht mehr annehmen willst aber die Realität ist manchmal nicht so schön wie so manches Marketingversprechen oder ein Mythos vermuten lassen würden.
      Viele liebe Grüße
      Sabine

  2. cerberus Antworten

    Wir können den Inhalt dieses Artikels nur bestätigen.
    Wir haben nach 20 Jahren unsere Mitgliedschaft gekündigt. Freunde von uns ebenfalls.

    Aus unserer Sicht hat sich die Umstellung auf den persönliche Relationship Manger nicht rentiert. Dabei ging es grundsätzlich nicht um die Erhöhung des Beitrages auf 5.000,00 Euro p.a., sondern dass die Qualität des Sevice besonders bei Reiseleistungen und bei Events eklatant schlechter wurde.
    Die Kommunikation und die erbrachten Leistungen waren im alten System nach unseren Erfahrungen wesenlich besser und erfolgreicher.
    Für 400,00 Euro monatliche kann man sich eine Aushilfskraft zusätzlich einstellen, die sich nur um Buchungen, Bestellungen, etc. kümmert. Auch die „Telefoniererei“und der Email-Verkehr könnten dann von dieser erledigt werden.

    Eine Jahresgebühr von 5.000,00 hätten wir akzeptiert, aber nicht bei diesem „Relationship-Manager-System“.
    Ebenfalls ist es uns oft passiert, dass die Karte bei Einkäufen nicht erwünscht war und wir auf ein anderes Zahlungsmittel ausweichen mußten.

    Wir könnten diese Aussagen jetzt mit etlichen Beispielen unterfüttern, verzichten aber wegen der Läge dieses Posts darauf.

    Vielen Dank für den gut recherchierten und informatifen Artikel .

    • Fratuschi Antworten

      Hallo Cerberus,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Es ist schön zu hören, dass wir mit unserer Meinung nicht alleine sind.
      Audemar wird als Autor des Artikels auch noch mal auf deinen Kommentar antworten.

      Alles Gute und herzliche Grüße
      Sabine

    • Audemar Antworten

      Lieber Cerberus,

      Ihre Worte sind Balsam auf meiner, nach sozialer Konformität strebender Seele. Ich bin also doch nicht allein in der Servicewüste und meine Sichtweise und Bewertung der schwindenden Daseinsberechtigung der Centurion Card werden offenbar geteilt. Insgesamt scheint American Express die Centurion Card weiterhin als wichtiges Produkt im Kreditkartenkosmos zu sehen, müssen doch andere Produkte wie die Platinum Card im Sinne des klassischen Hard Sellings mit erheblichen Rabatten verramscht werden. Die Centurion Card soll es besser machen, teurer statt billiger unter dem Vorzeichen des exklusiven Produktversprechens. Was an sich gut gedacht ist, wird leider schlecht gemacht. Wie so oft. Ähnlich wie für Sie wäre der Preis von 5K für mich zu rechtfertigen, wenn er denn gerechtfertigt wäre. Preiserhöhung sollte mindestens linear zur Produktverbesserung verlaufen, gerne auch mit stärkerer Entwicklung des Letzteren, denn dann könnte man gar von Fortschritt für den Kunden reden.

      Amex versaut sich aber den Customer Satisfaction Index (CSI egal ob in Miami oder Münster) mit schlechterer Leistung im Relationship Manager Office. So wird ein Produkt preislich in eine Exklusivitätsniche befördert, welche es qualitativ nicht erfüllen oder gar ausfüllen kann. Ich wage zu vermuten, dass die meisten Centurio da draußen das merken und nicht akzeptieren. Am Ende haben nur noch die eine Black Card, denen eh alles egal ist und oder die nichts mehr merken. Also Rapper, Zuhälter, Erben und C-Klasse Promis. Die weisen sich dann mit ihrer Centurion Karte aus und ersparen uns dann die aufwändige Einsortierung in die richtige Schublade. Sozial konform halt. Und das finde ich dann auch wieder gut.

      So, jetzt aber wieder die Höllentore bewachen. Es scheint mir, als wären ein paar Idioten ausgebüchst und versuchen jetzt Länder zu regieren.

  3. Stoevi Antworten

    habe soeben nach 19 Jahren meine Mitgliedschaft gekündigt. 8 Jahre Platin, 11 Jahre schwarz. der Service ist immer mieser und v.a. unzuverlässig geworden. Letztlich auf einem Niveau, wo ich mein umsonst Reisebüro wechseln würde. Ich erspare allen Beteiligten hier nähere Erläuterungen, aber vor Jahren und für 1.000.- war das ein Deal für ein wirklich gutes Produkt. Jetzt 500% teurer, bei weniger Leistung ein schlechter Scherz!

    • Audemar Antworten

      Das schlimme ist doch, dass die sog. „Entscheider“ dann irgendwann sagen, der Markt sei einfach nicht potent genug. Dabei ist der Markt sehr wohl da, lauter Menschen die bereit sind, für ordentliche Leistung ordentliche Preise zu zahlen. Und dies auch jahrzehntelang für die Centurion Card ohne Murren getan haben. Aber verarschen lassen wir uns nicht. Und wenn wir unser Geld schon zum Fenster rausschmeißen, dann für Genussmittel und ähnliche Dienstleistungen.

      Die (ungültige) Karte liegt jetzt in irgendeiner Schublade. Man weiß ja nie, ob man nicht irgendwann mal in den USA eine dieser billigen Holztüren aufbrechen muss…

  4. Hallo Ihr beiden,
    beim Lesen dieses Blogs habe ich teilweise schallend gelacht und sehr oft zustimmend genickt. Besser kann ich meine Ansichten über Amex selbst nicht formulieren.
    Ich bin seit 1991 Mitglied und jeweils mit Einführung einer neuen „besseren“ Karte mit aufgestiegen. Früher habe ich die Karte als Vielflieger und Geologe sehr genossen, aber seit Einführung des Call-Centers jedes Jahr ernsthaft überlegt.
    Vor dem Call Center hatte man mehr oder weniger seinen bekannten Mitarbeiterstamm, den man auch nachts während längerer Autofahrten aus Langeweile angerufen um mit denen einfach zu quatschen.
    1997 hatte das Amex Team dann bei einem Unfall einen wirklich grandiosen auftritt und hat mir wirklich den „Hintern“ gerettet, so daß ich die Karte seitdem auch aus sentimentalen Gründen jeweils gehalten habe.
    Seit nun der Persönliche Relationship Manager eingeführt wurde, sind Sonderwünsche kein Thema mehr – weil nicht möglich – und die Erreichbarkeit hat nicht nur sehr gelitten, sondern ist nur noch zu den normalen Bürozeiten gegeben.
    Die Sache mit den hellen Kerzen hat mich hier wirklich zum Lachen gebracht. Die Angebote im Centurion Magazin sind bei näherer Betrachtung auch keine wirklich guten Angebote.
    Nach dem Wechsel auf die 5.000 Euro Mitgliedschaft habe ich mir das Ganze noch 2 Jahre angesehen und nun meine Schlüsse gezogen.
    Für 5.000 Euro kann ich einen Studenten als Minijob einstellen, der Sonderwünsche und Flugbuchungen vermutlich besser abarbeitet, als das Amex könnte.

    • Audemar Antworten

      Hallo Michael (ist übrigens hebräisch und bedeutet „Wer ist wie Gott?“ Ist also ein cooler Name, solltest Du behalten).

      Danke für Dein Feedback und vor allem die Extended Version per Mail. Ja, früher war alles anders und vieles besser, zumindest bei Amex. Jetzt ist es aber „nicht mehr so toll“. Und letztlich besteht die Welt aus People Business. Wenn man an gute Ansprechpartner gerät, kann sogar die Hotline eines großen Mobilfunkanbieters gut sein. Aber eben auch anders herum. Daher muss ein Arbeitgeber, bzw. das Management für gute Mitarbeiter sorgen, diese mit ausreichenden und hilfreichen Ressourcen versorgen, eine gute Arbeitsatmosphäre schaffen und die Unternehmenswerte vermitteln. Schaue ich mir das Endergebnis bei Amex, die sog. Customer Experience an, kann ich nur völliges Versagen bescheinigen.

      Ein ehemals gutes Produkt, welches damals gut gedacht und heute leider schlecht umgesetzt wurde, wird vermutlich demnächst verschwinden. Dabei sollte das Management verschwinden. Es trifft doch leider oftmals die Falschen.

      Heulen wir den Spackos doch nicht nach und versaufen einfach die Kohle. Oder investieren sie in einen Studenten, der sich für 5K den Arsch aufreisst. Und mit uns säuft. Oder besorgen uns für 500 Euro im Jahr eine Reiserücktrittsversicherung, die so gut ist, wie der Urlaub geworden wäre. Oder, und jetzt eine ganz krasse Idee, Spenden die 5.000 Euro an eine der vielen Organisationen, die wirklich was sinnvolles mit Geld anstellen.

      Vielleicht gibt es ja irgendwann mal einen richtig guten VIP Service, der sein Geld wert ist. Muss ja auch keine Kreditkarte sein, das kann PayPal bzw. mein Handy mittlerweile eh besser. Ich wäre jedenfalls bereit.

      Viele Grüße und noch mal lieben Dank für Deine Mail. Hammer Story!
      Audemar

  5. Shah M Antworten

    Vielen Dank für diese Beiträge.

    Bei dieser hohen Jahresgebühr überlege ich ebenfalls der Einladung nicht zu folgen, das mehr versprochen wird als geleistet habe ich bereits mit meiner Platinum Card.

    Mich würde interessieren, welche Karte Sie empfehlen würden.

    Beste Grüsse

    • Audemar Antworten

      Hallo Shah M,

      ich bin zur Barclay Card Platinum Double gewechselt. Diese kann zwar deutlich weniger, kostet aber nichts. Zumindest im ersten Jahr. Danach kostet sie 99 Euro inkl. Partnerkarten. Reiserücktritt, Mietwagenversicherung bla bla bla gibt es da auch, wenn auch mit geringeren Höchstbeträgen als bei der Centurion Card. Mit den gesparten 4.901 Euro im Jahr kann ich mir alle (relevanten) fehlenden Dienstleistungen der Amex Centurion woanders mit besseren Konditionen kaufen. Und meine Reiseplanung macht ein Reisebüro, gegen das der sog. Relationship Manager wie ein Praktikant am ersten Arbeitstag wirkt. Wahrscheinlich ist es auch so.

      Viele Grüße
      Audemar

      • Michael Antworten

        Ich lache grade Tränen über deine Antworten. Besser kann man es nicht beschreiben. Ich sitze grade auf einer Veranstaltung in Eindhoven und bin im Van der Valk untergekommen. Zimmerupgrade – lach – die hat mich angesehen als ob ich vom Mond komme. Zum Hinterlegen der Parkgebühr wird gern Amex Centurion genommen. Beim Bezahlen wurde ich aber gefragt, ob es nicht auch mit EC oder Visa geht. Soviel dazu
        Liebe Grüße
        Micha

  6. Tom Antworten

    Hallo@all,

    auch ich bin wieder zurück gewechselt von Centurion zu Platinum. Nach meiner Ansicht ist die Platinum die beste Karte im Preis/Leistungsvergleich, wenn man ein wenig und regelmäßig reist, insbsondere wenn man si emit Freunden teilt. Die 2000 bei Centurion und vergleichbarem Service zu Paltinum waren schon hoch, aber der Wechsel auf 5000 und im ersten Jahr mit Relationshipmanager erstmal nur 3000 war dann nicjht mehr darstellbar. Wie hier schon geschrieben, die Kerzen leuchten so hell nicht, die reaktionsgeschwindigkeit ist nicht immer die beste. Alle Leistungen sind durchweg standardisiert. Da is nix exklusiv oder besonders. Keinerlei Sonderpreise oder Vergünstigungen. Den VIP Service habe ich dann auch mal probiert. In DUS ist der echt bescheiden. Man hat einen Raum für sich etc. aber es gibt nicht mal Champus. Alle Nahrungsmittel abgepackzt, meist Schokoriegel oder Plätzchen und Bifi….geht gar nicjt, wenn man bedenkzt das diese 400+ kosten würde.Da ich ohne hin nur Busi oder First fliege und das zumeist mit Emirates nehme ich den Checkin und die Securitycontrol in Kauf, denn die Emirates Lounge in DUS ist sehr gut. Den VIP Service braucht dort kien Mensch der busi oder First fliegt finde ich, auch alles niedriger Standard. Fazit….Centurion ist nur Marketing. Das was da an Image vorgegaukelt wird, ist nicht die Realität. Die Plus Karte ist übrigens auch nur ne Plastikkarte was ich total skurill fand. Also Finger weg, lohnt gar nicht…..Platinum ist DIE Karte nach miner Auffassung. Lediglich der Emailkontakt funzt da nicht so gut, funzt aber..

    • Fratuschi Antworten

      Hallo Tom,

      vielen Dank, dass du deine Erfahrung mit uns teilst.
      Die Emirates Lounges sind in jedem Fall viel besser als der VIP Service am DUS Airport, da bin ich ganz bei dir!
      Ich war beim ersten Mal DUS VIP auch erstaunt über das magere Angebot an Catering und hatte mich eigentlich auf einen Sandwich o.ä. gefreut. Da sollte wirklich mehr gemacht werden.
      Einziger Pluspunkt für mich ist der angenehme Check in bzw. die Security Kontrolle aber wie du schon richtig schreibst, bei Business/First ist das eh quasi drin.

      Ich frage mich, ob es nicht eine bewusste Strategie von AMEX ist, die Centurion Inhaber Richtung Platinum zu treiben?!
      Viele Grüße
      Sabine

  7. Kaiser Antworten

    Für mich liest es sich wie ein schlechter Witz! Also die Leistungen mal vor ab gesprochen sind unvergleichlich! Zeig mir eine andere Karte, mit welcher ich an allen deutschen Flughäfen den vip Service jeweils! 4 mal im Jahr frei bekomme. Dieser kostet z. B. In München knappe 500€ pro Service! Das ganze mal Frankfurt, mal Hamburg, mal Berlin, mal Zürich, mal Düsseldorf, etc. Zudem kommt der Aufenthalt in der centurion lounge in Bsp. Hong Kong, las vegas und London (ab2019)… Oftmals besser als die mittlerweile teilweise überlaufenen first class lounges. Die Versicherungsleistungen sind auch nicht zu unterschätzen, da es vollkommen falsch dargestellt wurde! Bei einer Verspätung des Gepäcks von 48stunden durfte ich mir Ersatz in Höhe von €1500 zulegen! Und nicht bei vollkommenen verschwundenen Gepäck, wie beschrieben. Man muss die Bedingungen und Leistungen halt auch mal lesen und kennen. Dies habe ich alles durch meinen, übrigens sehr kompetenten relationship Manager und zusätzlich über die im Willkommenspaket enthaltenen Informationen erfahren. Mann muss sich nur mal mit der Sache auseinandersetzen und befassen, dann sieht man auch den Mehrwert! Alleine durch die Emirates Gold Mitgliedschaft und den möglichen Tausch von MR Punkten zu Meilen habe ich diverse first klass Flüge zu Spot Preisen erhalten! Ich rate jedem Vielflieger und reise interessierten, mit dem nötigen Kleingeld zu dieser Karte. Außerdem befindet sich eine klare falsch Aussage in Deinem Bericht. Der late Check out ist garantiert! In jedem Partnerhotel der centurion card hat es einwandfrei geklappt. Zudem gibt es hotel programme wie z. B. Ritz carlton, bei dem schon bei Buchung ein Upgrade inklusive ist. Also bitte erst vollkommen informieren, bevor man ein Produkt schlecht macht. Schließlich beschwere ich mich auch nicht, das bei wegyu beef zu viel Fett dran ist!

    • Audemar Antworten

      Hallo (Herr?) Kaiser.

      Ganz offensichtlich stammen Deine Erkenntnisse aus dem reinen Studium der Centurion Leistungsbeschreibung oder den ersten begeisterten Wochen oder Monaten mit dieser Karte. Bewahre Dir die Begeisterung, ist mir dieselbe nach annähernd zwanzig Jahren realer Kundenerfahrung doch leider abhandengekommen.

      Die von Dir genannten Leistungen kenne ich selbstverständlich und habe ich zu großen Teilen auch genutzt. Ich schreibe in meinen Artikel auch weder, dass es diese nicht gibt, noch das diese nicht sinnvoll wären. Guckst Du mal genau hin. Aber wie Du selbst schreibst und ich differenziert darlege, wir also letztlich einer Meinung sind, wären diese nur für ein bestimmtes Klientel interessant.
      Die von Dir angesprochene Late-Check-Out Garantie ist zwar eine Garantie, aber keine Gewährleistung. Und falls Du den Unterschied nicht kennst, garantiere ich Dir folgendes: Du wirst, solltest Du tatsächlich ein Centurion Card Inhaber sein und kein gelangweilter Teenager mit Internetzugang, wie die Wortwahl und Rechtschreibung in Deinem Post vermuten lässt, folgende Erfahrung machen: Late-Check-Out gibt es nicht immer, auch wenn er garantiert ist. Siehe meinen Artikel.
      Und im Ritz Carlton (und allen anderen Amex Partner Hotels) gibt es Upgrades auch nur, wenn noch ausreichend Zimmer frei sind. Und das ist nach meiner Erfahrung nicht so häufig der Fall, wie die Leistungsbeschreibung von Amex suggeriert. Da die Partnerschaften zwischen Hotelkette und American Express häufiger mal wechseln (ich habe es erwähnt), gibt es keine verlässliche Aussagekraft für die Zukunft.

      Also, lieber (Herr?) Kaiser. Ich fasse mal zusammen: Du bringst nur Argumente, d.h. Leistungsversprechen von Centurion an, die ich ebenfalls erwähnt habe. Ich habe ebenfalls geschrieben, dass diese für eine bestimmte Zielgruppe sehr wohl die Jahresgebühr wert sein könnten (Vielreisende). Zusätzlich habe ich über die reine Theorie hinaus dargelegt, wie sich dieses Leistungsversprechen in der sog. gelebten Realität darstellt. Derartige Erfahrungen teile ich ganz offensichtlich (nämlich hier) mit vielen langjährigen Centurion Kunden. Schau Dir doch mal die anderen Kommentare unter den Artikeln an. Stichwort informieren.

      Des Weiteren lasse ich in meinem Artikel sehr wohl die Möglichkeit offen, auch mal einen guten Relationship Manager (Kerze) zu erwischen. Das ist aber weder gewährleistet noch garantiert und meistens nicht mal wahrscheinlich.

      Also bitte den Artikel erstmal richtig lesen. Dann überlegen, ob die dort gemachten Aussagen von anderer oder eigener Stelle bestätigt oder widerlegt werden (hier helfen auch die englischsprachigen Centurion Erfahrungsberichte im Internet). Dann bitte nachdenken, welche Aspekte derselben im Artikel nicht oder falsch berücksichtigt sind. Anschließend eine Antwort in einer Sprache Deiner Wahl verfassen, dort aber semantische und orthographische Regeln in überwiegendem Maße einhalten. Letztlich steigt in der Folge die Glaubwürdigkeit, dass Du tatsächlich Karteninhaber und nicht nur Werbebotschafter im Praktikum bei Amex bist.

      Ich behaupte ja auch nicht, mein Erfahrungsbericht wäre ein Witz. Solltest Du ihn dennoch so wahrnehmen, würde ich mich freuen, wenn es ein guter Witz wäre.

      Audemar

  8. Oliver Antworten

    In kann dem Erfahrungsbericht nur aus ganzem Herzen beipflichten, war 30 Jahre lang Amex-Kunde, davon Centurion, praktisch seit es sie in Deutschland gibt, dto. zuvor Platinum. Ich denke, dass ich mit meinen wenigen Anfragen den Service gewiss nicht in den Ruin getrieben habe, aber ich kann ebenso bestätigen, dass er leider im Laufe der Zeit immer schlechter wurde. In den 90er Jahren ging echt noch was, deshalb war ich so lange dabei, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Es ist genau so wie geschildert, die bekommen nix auf die Reihe und Konzertkarten etc. ist auch nicht mehr wirklich. Die Erhöhung auf 5000€ ist bei dem Serviceniveau aus meiner Sicht völlig daneben, schon die 2000€ waren grenzwertig. Zudem war der Relationship Manager für mich – angeblich wegen der tollen Telefonanalage – ein halbes Jahr lang gar nicht erreichbar – nur Callcenter, die sich nicht zuständig fühlten – und in der anderen Zeit trifft das mit der Kerze zu, wobei es wohl auch daran liegt, dass die Kerzen auf dem Kuchen keinen Sauerstoff haben. Das ist mir klargeworden, nachdem ich für das halbe Jahr eine Rückforderung der Kartengebühr getätigt habe. Das Klein-Klein Getue nach den Fehlleistungen eines immerhin Vice President war nach meinem Eindruck derart von der Sorte Schotten sind auf die Insel wegen Verschwendungssucht verbannte Schwaben, dass mir jede Lust auf Amex insgesamt vergangen ist. D.h. diese Sparpolitik bei gleichzeitig übelsten Preiserhöhungen geht recht klar von der Unternehmensleitung aus. Ich hab dann noch etwas Rückzahlung über ein Schlichtungsverfahren rausgeholt, für den Rest war mir meine Zeit zu schade. Mir persönlich bleibt der Eindruck, dass die Centurion inzwischen ein reines Marketingprodukt ist und – da viele Akzeptanzstellen Amex eben nicht mehr unbedingt präferieren, wohl aufgrund der hohen Gebühren, das Internet vieles transparent macht, gerade bei Buchungen, und letztlich auch Amex kaum mehr z.B. als Sponsor in Erscheinung tritt – dem Centurion Service einfach die Möglichkeiten fehlen, irgendwie Vitamin B auszuspielen. Hinzu kommt eine offenbar uralte IT, die DSGVO Auskunft kam im Format 80 x 25 im IBM 3270 Look der 80er Jahre, handbearbeitet. Und dafür ist die Karte dann einfach ihr Geld nicht mehr wert, da kann ich einen eigenen Teilzeit-MA beschäftigen, der wenigstens sonst noch nützlich ist, und hab weit mehr davon. Und im Gegensatz zur alten geprägten schaut die neue gelaserte echt billig und potthäßlich aus.

    • Audemar Antworten

      Lieber Oliver,

      recht herzlichen Dank für dieses kleine Weihnachtsgeschenk in Form Deines Kommentars. Auf die Idee, meine Jahresgebühr zurückzufordern, bin ich gar nicht gekommen. Aber ich hatte ja wenigstens eine funktionierende Telefonanlage dort vorgefunden; retrospektiv vermutlich das, was am zuverlässigsten war.

      Ich teile Deine Meinung bezgl. des Managements. Immer trägt die Geschäftsführung die Verantwortung und manchmal sogar die Schuld. Dies scheint mir so ein Fall zu sein, da ich persönliche Erfahrungen mit einem sog. Teamleiter gemacht habe und dieser vermutlich das Produkt des sog. Peter-Prinzips war. In meinen Unternehmen würde der jedenfalls nix leiten und bestimmt keinen Kundenkontakt haben.

      Es bleibt festzuhalten, dass der Niedergang der American Express Centurion Card in Deutschland zu einem erheblichen Teil selbst und vollumfänglich von oberster Stelle verursacht und gefördert wurde. Korrekterweise wird hier also kein Geschäft geleitet, sondern beerdigt und folgerichtig muss es auch nicht Geschäfts- Führung, sondern Bestattung heißen.

      Irgendwann wird ein kluger Kopf eine App auf Basis von Apple-, Google- oder Pay (Pal) entwickeln, mit entsprechendem 24×7 Service, Siri Anbindung usw. Dann sage ich nur noch »Siri, besorge mir Tickets für das Elvis Konzert auf Hawaii« und Siri sagt: »Elvis ist leider verstorben. Aber ich schaue, was ich machen kann. Wie viel Budget habe ich zur Verfügung?« DAS ist Servicegedanke und Kundenorientierung. Letztlich darf es nur an meinen finanziellen Mitteln scheitern. An nichts anderem.

      In diesem Sinne, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

      Audemar

  9. Edgar Antworten

    Es stellt sich mir die Frage, ob Amex nicht ein ganz anderes Ziel verfolgt. Man erhöhe die Jahresgebühr um das 2,5 fache, reduziere die Leistung um die Hälfte, macht 5 fache Magenerhöhung. Auf welches Klientel wird gesetzt? Kaum ein Russe, Pole, Tscheche usw. der sich in der gehobenen Klasse wiederfindet, besitzt keine „Schwarze“. Das Geltungsbedürfnis ist hoch, Qualität und Leistung sind irrelevant, Hauptsache glauben und zeigen man habe es geschafft.

    Schneller und leichter kann Amex kein Geld verdienen.

    • Audemar Antworten

      Lieber Edgar.

      Im Prinzip hast Du recht und wer einen Satz so beginnt, kommt dann mit einem großen „aber“ um die Ecke. Ich bin da nicht anders. Unabhängig von der Nationalität gibt es eine zunehmende Zahl von „Neureichen“, denen Status wichtiger ist als Leistung. Aber erstens gäbe es bald keine reichen Menschen mehr, würden nicht neue hinzukommen und zweitens scheinen Vollpfosten schneller zu wachsen als geniale Köpfe. In der Welt und bei Amex.

      Wenn also bald die Vollpfosten in der Welt und auch bei Amex in der Überzahl sind, dann passt es ja wieder. Und jeder hat das was er will. Ich befürchte, wir leistungs- und serviceorientierte Kunden, die wissen das Preis-/Leistungsverhältnis nicht Preis im Verhältnis zu PS bedeutet, sind nicht mehr die Zielgruppe von American Express und ihrer Centurion Karte.

      Ergo wird die Centurion Card in absehbarer Zeit und bei gleichem strategischen Kurs des Unternehmens als Identifikation über seine Inhaber nur noch sagen: „Ey Mudder! Preis-/Leistung I don´t care! Ich habe soviel Cash, dass mir die Abzocke egal ist. Habe ich schon erwähnt, wie viel Asche ich habe?“

      Dann können wir doch froh sein, die Karte zurückgegeben zu haben, oder?

  10. Mike Antworten

    Ich hab nur aus Neugier den Artikel gelesen und bin selber nicht betroffen, denn ich bin nur ein kleiner Verkehrspolizist (im Ruhestand). Auf Grund meiner Umsätze wurde ich vor Jahren zur Platin Card eingeladen. Ich hab da angerufen und gefragt, ob denen die Rüstung brennt, die sollen sich mal meinen Gehaltsnachweis anschauen. Wieso die mich bei dem bisschen Einkommen zur Platin Card einladen? Damals 400 Euro Jahresgebühr. Antwort: 1. Sie machen gute Jahresumsätze und 2. Sie bezahlen IMMER ! Es gäbe Kunden, die hätten die Karten nur zum Vorzeigen im Portemonnaie. Na gut dachte ich, hast ja keine teuren Hobbys. Was dann kam war schon beeindruckend. Allein der freie Eintritt in den Lounges in den Flughäfen. D.C., Paris, NY HAM nur in Freeport waren wie angeschmiert, die hatten keine Lounge. Als mein Sohn in Amsterdam zu einem Konzert wollte, gab es keine Karten mehr. AMEX konnte welche (wenn auch zum doppelten Preis) besorgen. Meine Silberhochzeitsreise Planung, 6 Wochen USA, lief über die Karte perfekt mit allen Reservierungen vom Mietwagen, Gabelflug Hotels bis zum Taxi. Also da konnte ich nicht meckern. Als dann plötzlich der Preis auf 500 Euro stieg, stieg ich aus. Immerhin gab man mir daraufhin die Gold Card ohne Jahresgebühr. Also wie hier jemand schrieb, er sei von Schwarz auf Platin gewechselt, so bin ich noch einen weiteren Abstieg gegangen und habe immer noch den besten Service. Aber Danke für die eloquente Schilderung der Centurion Card es war amüsant zu lesen.

    • Audemar Antworten

      Lieber Mike.

      Zunächst mal bin ich der Meinung, Polizisten, egal ob im Verkehr oder ohne, werden deutlich zu schlecht bezahlt.
      Zweitens glaube ich, es liest sich amüsanter über die Centurion Card, als eine zu besitzen. Weil bei Ersterem die Kluft zwischen Anspruch und Realität häufig humoreske Pointen produziert, bei zweiterem aber nur hohen Blutdruck.
      Die Platinkarte besitzt m.E. auch das deutlich bessere Preis-/Leistungsverhältnis, nur getoppt von den kostenlosen Karten. Die kosten nix, können nix und das macht dann auch nix.
      Fairerweise möchte ich abschließend noch betonen, dass auch ich mit der schwarzen Amex tolle Reisen gebucht und gemacht habe. Ich habe aber auch schon mal im Lotto gewonnen. Letzteres häufiger, auch wenn die Gesamtsumme meiner Gewinne nicht ausreicht, um mehr als 2 Tage die Jahresgebühr der American Express Centurion Card zu bezahlen.

  11. Lars Antworten

    Lieber Audemar, herzlichen Dank für die gelungene Unterhaltung. Ihr Artikel über die Centurion Card hat mir ausgesprochen gut gefallen und ihre Kommentare sind eine wahre Freude. Leider habe ich schon alles gelesen und könnte doch noch mehr davon haben. Falls Sie einmal ein Buch verfassen oder sich an anderer Stelle schriftlich äußern, lassen Sie es mich bitte wissen. Ich mag Ihren Stil und das in jeder Hinsicht.

    • Fratuschi Antworten

      Hallo Lars,
      ganz herzlichen Dank für dein Lob!Audemar hat sich sehr darüber gefreut.
      Hast du schon seine Artikel über Fotografie gelesen oder ist das eher nicht dein Thema?
      Viele Grüße
      Sabine

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